23. Juni - Viel Schweiss...

Eingepackt... Hätte niemals gedacht, dass ich so viel Zeugs habe - aber meine Jäger & Sammlerleidenschaft ist letant vorhanden. 28 Gepäckstücke, zwei Frauen, über zehn Stunden Arbeit & Gelächter, etwa 300 kg... Bin froh, wenn die Ware morgen abgeholt wird, aber dann ist meine Wohnung soooo leer... Und wenn ich etwas daraus gelernt habe - Zügelmann werde ich nie!

22. Juni - 25 Gepäcksstücke

Beschwingt lief ich durch die Strassen von Bella Vista (mein Quartier), da pfeifte mir jemand nach - zwei Bekannte – ein kurzer Schwatz.. weiter geht’s, der Typ aus dem Coiffeursalon winkt mir zu, als ich den nächsten Laden passiere schreit jemand laut nach mir- ein Geplänkel - der Chinese in der Chemischen Reinigung macht mir Zeichen, dass ich kommen soll; der schlechte Verkäufer im Fotoshop entschuldigt sich schon wieder, dass meine Bestellung noch nicht ausgeführt ist... ich liebe mein Quartier. Voller Gegensätze – doch einzigartig und trotzdem... Meine Garderobe & persönlichen Effekte passen in 25 Gepäckstücke. Ich brauche lange um Entscheidungen zu treffen, aber wenn ich diese getroffen habe, dann muss alles schnell gehen.
Ich komme zurück anfangs Juli!!!
Und wer mich ganz gut kennt und weiss wer mein musikalichscher Held ist, der kennt meine Ankunft… Es war keine einfache Entscheidung – und was ich möchte ist schnellstmöglich einen Job – ich mache fast alles – ist mir echt egal was es ist – aber ich möchte endlich wieder in einen Rhythmus kommen und etwas Kohle verdienen. Sei es Tage- oder Monateweise… wer etwas weiss .. ich bin euch herzlich dankbar! Ich bekam ein paar Kommentare – dass ich auf meinem Blogg nicht schreibe wie es mir wirklich gehe - da geb ich euch recht – sorry aber die ganze Situation war nicht einfach – ABER ICH FBEUE MICH – EUCH ALLE WIEDER ZU SEHEN. UND ICH FÜHLE MICH JETZT ECHT GUT !!!

20. Juni - Vergesst "Sex and the city"

Las sirenas - unsere TerrasseViele Male klappte es nicht aber dann endlich am Samstagmorgen - nach ca. 14 E-Mails - waren wir alle im Auto und fuhren an den Strand. Vier Frauen, 2 x Kolumbien (~ 46), 1 x Italien (~36) und einmal Schweiz (38) - ein Strandhaus (~5) etwa eine Stunde von Panamá Stadt entfernt. Wir hatten Essen eingekauft für 5 Tage und nachdem wir am Strand so gegen 16 Uhr total verschifft wurden (Regenzeit) platzierten wir uns auf der Terrasse unseres Hauses. Barbecue, Wein, Gelächter, Notfalleinkauf von Wein, Sündenbekenntnisse (welche nach kürzester Zeit als "normal" und "völlig tolerierbar" taxiert wurden), Tanzlektionen, mehr Wein, Ehrlichkeit, spezielle Lebensgeschichten, noch mehr Wein, emotionale Bekenntnisse, Sterne zählen am Strand. Am Sonntagmorgen ging die Europa-Fraktion früh an den Strand und bereitete ein herrliches Frühstück vor, sünnelen, lesen, ein weiteres Mal wurde die Welt neu definiert, nach einem erneuten Regenschauer und nachdem wir unsere „Resten“ aufgegessen haben gings zurück in die Realität. Was für ein cooles Weekend & ich habs knapp geschafft keinen Sonnenbrand einzufangen. Ich hab’s total genossen…Las sirenas - 4 mujeres

17. Juni - Some enchanted evening

Nationa Theater PanamaEs gibt es doch – die Kultur in Panama – und ich war zum ersten Mal im 102 alten National Theater (soll angeblich eine Kopie der Pariser Oper sein). Da war ein Opern-Abend mit verschiedenen Sängern/innen – organisiert von den Botschaften der Zentralamerikanischen Ländern. Mit einer schönen Verspätung spielte das Sinfonie Orchester auf und die Sänger/innen sangen Arien von Verdi, Mozart, Rossini – im zweiten Teil war dann My fair Lady, South Pacific und Melodien aus Zentralamerika auf dem Programm. Einige der Sänger waren super über die andern hülle ich mich in Schweigen. Aber was für ein Auflauf, da waren die verschiedensten Botschafter anwesend, der Aussenminister von Guatemala und die (neue) First Lady von Panamá. Bodyguards, Chauffeurs, Presse… und mitten drin meine Bescheidenheit. Moises CastilloDer Abend war auf „Einladung only“ und ich erhielt diese von meinem Nachbarn – welcher Panama an diesem Abend vertritt. Was war ich verblüfft als ich ihn im Anzug sah (normalerweise in Jeans und T-Shirt) und er zu singen begann. Moises Castillo hat wirklich Talent und sieht super aus (leider Homosexuell) und ich genoss den Abend in vollen Zügen. Hat meinem Gemüt, Herz und meiner kulturellen Seele gut getan… what an enchanted evening!

16. Juni - Zahnarztbesuch

Strahlendes LaechelnEs brauchte viel Überwindung bis ich mich endlich bei einer der vielen Zahnkliniken angemeldet habe. Im TV sind die Colgate-Zahnpasten-Werbungen derart penetrant, dass ich ein schlechtes Gewissen bekam. Ausserdem legen die Panamesen unheimlich Wert auf ihr Äusseres und ihre Zähne. Zurzeit sind Zahnspangen die grosse Mode! Also nahm ich heute allen meinen Mut zusammen und hatte eine Zahnreinigung. (Kleine Anmerkung: Früher wurde ich von grusligen Geschichten von Zahnarzt-Assistentinnen verfolgt wenn ich auf dem Stuhl lag - dann hatte ich ein traumatisches Erlebnis nachdem ich einen Zahn ausgebissen hatte. Seitdem habe ich eine tiefgründige Abneigung gegen Zahnärzte – der Besuch beim Gynäkologen ist ein Kinderspiel). Pünktlich (nicht die Stärke der Panamesen!) wurde ich von einer netten Ärztin empfangen. Nach einigen Verhaltensregeln „Wenn Sie Schmerzen haben, strecken Sie die Hand in die Höhe“ und anderes ging die Behandlung los. Nach knapp 90 Minuten war ich wieder draussen, 35 US-Dollar ärmer und strahlende Zähne. Ich hab nicht einmal meine Hand in die Höhe gestreckt…

12. Juni - Welttag gegen Kinderarbeit

Ist schon unglaublich wie Kinder ausgebeutet werden... Darüber kann ich mich immer wieder aufregen! Hier ist es in Supermärkten erlaubt, dass Jugendliche unter 15 Jahren, 2 Stunden täglich, die Einkäufe in Tüten packen und so einen Verdienst haben (wenn die Leute ihm ein Trinkgeld geben). Nun gibt es ganz schlaue Eltern die schicken ihre Kinder in den "Super 99" für zwei Stunden, dann in den "Machetazo" für zwei Stunden, dann in den "Riba Smith" für zwei Stunden usw. anstatt die Kinder in die Schule zuschicken! ("Super 99" etc. sind verschiedene Supermärkte). Das ist aber noch "heilig" - falls ihr mehr über das Thema lesen wollt - Kinderarbeit in Panamá (Doppelklick).
Was haben wir doch für Glück gehabt in der Schweiz aufzuwachsen!

15. Mai - Gracias a dios!

Schwarzes Blumenmuster in rotem Samt (leicht abgewetzt), ein grosser Spiegel mit roten Federn umrahmt (oder was davon übrig blieb), eine Bibel (schon ziemlich verlesen), ein Duftspender (arg verpufft), knallrote Lackierung und ein lauter Radiosender.. nein ich beschreibe nicht ein zweitklassiges Zimmer in einem Bordell, sondern ein Taxi! Quietschende Bremsen - ich schrie dem Chauffeur meine Adresse zu und stieg ein. Eine Unterhaltung war zwecklos - im Radio hielt ein Pfarrer eine feurige Predigt welche der Fahrer immer wieder mit Kopfnicken bekräftigte. (Anmerkung: Panama hat 4 religiöse Radiosender). "Da bin ich gut aufgehoben", dachte ich mir. Der Schein trügte - der Chauffeur fuhr wie ein Verrückter - Einbahnstrassen wurden missachtet - links und rechts überholt - begleitet von "sonderbaren" Handzeichen und zwischendurch ein wütender verbaler "Gruss" an andere Automobilisten. Ich grinste auf den Stockzähnen und hielt mich vorsichtshalber am Handgriff fest. Rote Rakete Die Predigt endete und ein Chor brüllte voller Inbrunst ihr Glaubensbekenntnis durch die Boxen (ein Verbrechen auf CD) - da stimmte der Fahrer genauso herzhaft in den Gesang ein... Ich war froh, dass mein Ziel nur noch wenige Meter entfernt war! Die Moral dieser Geschichte? Er verlangt mir den doppelten Preis für die Fahrt - gracias a Dios (Gott sei Dank) bin ich gut angekommen!

14. Mai - Den könnt Ihr euch sparen...

The Knowing - what a crap Ein typischer Tag in Panamá - bewölkt und kräftige Regenschauer. Nachdem mir die Anwendungen des "Conditional" im Spanisch einfach nicht in den Kopf reinwollte entschloss ich mich für einen Kinobesuch. Der neue Film mit Nicolas Cage - Knowing - hatte heute Premiere und ich freute mich auf einen spannenden Film mit dem sexy Schauspieler. Um es kurz zu machen - den könnt ihr euch sparen - es gibt eigentlich nichts Gutes über diesen End-of-the-World-Streifen zu schreiben. Er ist einfach schlecht - die Story an den Haaren herbeigerissen, dümmliche Specialeffects und nicht mal Nicolas sieht in diesem Film gut aus. Spart euch das Geld!! Nach 121 Minuten im eiskalten Kino ging ich ziemlich genervt hinaus und lief an einem Kasino vorbei. Bei den ersten beiden Spielautomaten war ziemlich schnell "Game Over" - aber aller guten Dinge sind drei - und ich gewann 23.83$. So geht das - und war der Abend doch noch gerettet!

9. Mai - Mala fama - schlechter Ruf

((Achtung - der nachfolgende Eintrag ist in keiner Weise rassistischen Ursprungs...in Panamá haben die Journalisten einen deftigen Maulkorb eingefangen betreffend der Pressefreiheit))

In Panamá sind 82'097 Ausländer gezählt worden - Umfrage aus dem Jahr 2000 - aktuellere Zahlen fehlen (!). Statistik Aueslaender in Panama
Der grösste Teil der Ausländer kommt aus dem Nachbarland Kolumbien. Der starke Dollar und die bessere Wirtschaftslage waren für viele Kolumbianer der Ausschlag nach Panamá auszuwandern. Viele Frauen fanden Anstellungen in Schönheitssalons, die Männer arbeiten auf den grossen Baustellen. Unterdessen sind sehr viele Illegale kolumbianische Einwanderer hier, welche oftmals in kriminelle Geschäfte verwickelt sind. Passiert ein Verbrechen oder wird ein krummes Ding gedreht - Schuld sind immer die Kolumbianer!
Anfangs bemerkte ich die Zurückhaltung der Kolumbianer nicht, wenn ich nach ihren Wurzeln fragte. Meine "Nagelfrau" kommt aus Calí und hat mir kürzlich geklagt, wie sie als Kolumbianerin hier behandelt wird - obwohl sie vor mehr als 10 Jahren einreiste und eine legale Aufenthaltsbewilligung hat. Taxifahrer wollen sie nicht mitnehmen, sie wird dem horizontalen Gewerbe zugeordnet, wird oftmals von der Polizei angehalten und schikaniert etc. Im Sommer wurde ein neues Immigrationsgesetz umgesetzt (darum hab ich meine Aufenthaltsbewilligung nicht erhalten!) welches versucht die illegalen Einwanderungen zu unterbinden. Seitdem ist die Polizei auf Jagd nach "Ungesetzlichen". Im 2008 wurden 1461 Personen des Landes verwiesen; im Januar 09 waren’s 210 Ausländer usw.
AusweisungDie Ausgewiesenen dürfen während 10 Jahren nicht mehr panamesisches Territorium betreten und bezahlen für jeden Monat welchen sie illegal im Land waren eine Busse von 50$!! Wer in eine Polizeikontrolle kommt und keine gültigen Ausweise vorweisen kann wird aufs Immigrationsbüro gefahren (es stehen Buse bereit!) und dort wird geprüft ob diese Person rechtmässig gemeldet ist. Das dauert aber meistens einige Stunden bis die Abklärungen gemacht worden sind... Dies passierte einem deutschen Kollegen, welcher über den Mittag schnell ein Sandwich kaufen wollte und keine Papiere dabei hatte! Er kam rechtzeitig auf den Apéro um 20 Uhr zurück...

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